Dritter.Vierter.77 | ein Fictional Reality Game

Wir beäugen Passanten skeptisch: Könnte es sein, dass der Mann dort etwas mit der Geschichte zu tun hat? Also vorsichtig bleiben. Wir streifen durch Linden, sehen überall Hinweise, auch wo keine sind. Wir sind mitten drin: Wir spielen ein Fictional Reality Game. Hä? Ok, ich fange ganz von vorne an.

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Wir sind zu dritt und haben eine ziemlich knifflige Aufgabe vor uns: In den nächsten zweieinhalb Stunden werden wir einmal quer durch Linden laufen und – ähnlich wie in einem Escape Room – an jeder Station Rätsel lösen, die uns zum nächsten Punkt auf der Reise führen und immer tiefer in eine Geschichte hinein. Es ist Sonntag Vormittag, per Mail wurde mir vorab der Startpunkt des Spiels geschickt: Dieses blaue Fahrrad am Schwarzen Bär in Linden. Ab jetzt läuft alles über mein Handy, wir sind in Kontakt mit Frank, der unsere Hilfe braucht. Denn die große Frage ist: Was geschah am 3. April 1977? An diesem Tag verschwand Silke, die Liebe seines Lebens – spurlos. Doch nach 42 Jahren entdeckt er ein Foto, das nicht nur seine eigene Lebensgeschichte, sondern auch die Gesetze der Natur in Frage stellt:

Interaktiv und draußen: Zwischen Escape Room und Geo Caching

Miriam vom Büro für Eskapismus hat mich eingeladen, das Spiel auszuprobieren. Sie hat das Projekt gemeinsam mit anderen Theatermacherinnen entwickelt. Es verbindet Gamification- und Storytelling-Elemente mit einer realen Suche, einer Art Schnitzeljagd durch Linden. Man wird selbst Teil der Geschichte, taucht ein und irgendwann kann man kaum mehr unterscheiden, was Teil des Spiels und was eigentliche Realität ist. So haben wir viele Passanten misstrauisch beobachtet, waren vorsichtig, um nicht ein einziges Geheimnis zu verraten, das wir aus einem der vielen liebevoll gestalteten Rätseln entschlüsselt hatten.

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Auf unserem Weg durch Linden sammeln wir Hinweise,  stehen die ganze Zeit mit Frank in Kontakt und finden immer mehr heraus über ihn, diese Frau und weitere Protagonisten. Jedes Rätsel bringt uns näher zu dem Geheimnis, das es aufzudecken gilt, mit offenen Augen, neuen Perspektiven.

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Ich bin ein Fan solcher interaktiver live-Geschichten. Mir macht es Spaß, auch wenn ich nicht die talentierteste Spürnase bin. Ich möchte hier so wenig wie möglich über die Geschichte verraten – was mir aber besonders gut gefallen hat, waren die authentischen Details und die Requisiten, die es schaffen, intensiv in die Geschichte hineinzuziehen und sie sehr real wirken zu lassen.

Das Büro für Eskapismus bietet „Dritter.Vierter.77“ noch mindestens bis Ende des Jahres an, außerdem arbeitet das Künstlerinnenkollektiv bereits an weiteren Formaten. Es gibt viele Termine auf der Website, bis zu sechs Leute spielen zusammen. Es gibt auch eine erweiterte Version für bis zu 12 Personen. Ihr könnt euch also als Gruppe anmelden oder neue Leute kennenlernen, der Preis beträgt knapp 20 Euro pro Person.

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